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8. November 2011

Besuch aus Saint-Amand-Montrond

Am Freitagabend  kam eine nahezu 60-köpfige Delegation aus unserer Partnerstadt Saint-Amand-Montrond vor der Feuerwache in Nottuln an. Freundlicherweise wurden einige Tische von der Feuerwehr zur Verfügung gestellt, so dass die Gäste mit einem  Begrüßungstrunk willkommen geheißen werden konnten. Nach der Aufteilung in die Gastfamilien, die sich erfreulicherweise wieder in großer Anzahl bereit erklärt hatten,  gab es am Abend Gelegenheit in den Familien sich kennen zu lernen. Immerhin war fast die Hälfte der Delegation zum ersten Mal in Nottuln, ein erfreuliches Ergebnis der engagierten Arbeit in unserer französischen Partnerstadt.

Am Samstagmorgen hieß es dann für einen Teil der Gruppe, drei Stände auf dem Martinimarkt aufzubauen. Hier wurden neben vielen selbstgemachten Advents- und Weihnachtssachen, Weine aus der Region, Käse, Konfitüren und Porzellan angeboten. Der andere Teil der Gruppe konnte derweil Münster besuchen. Hier gab es eine in französischer Sprache gehaltene Führung im Doppeldeckerbus.  Am Samstagabend gab es dann ein Wiedersehen auf dem Martinimarkt, wo insbesondere der Wein auch dank des schönen Wetters reißenden Absatz fand.

Am Sonntag war vom hiesigen Komitee ein Besuch von  Lüdinghausen geplant worden. Unter fachkundiger Leitung erhielten die französischen Gäste so auch Gelegenheit, die Umgebung Nottulns kennen zu lernen. Morgens hieß es aber erst einmal für die Komiteemitglieder in ihrer gemeinsamen Sitzung künftige Begegnungen vorzubereiten (s. gesonderter Bericht).

Der Montag stand erneut für die Besichtigung  Münsters und des Martinimarktes zur Verfügung bevor am Abend im Sportlerheim des DJK mit einem gemeinsamen Essen der Gäste und Gastgeber bei dem einen oder anderen Bier die alten und auch neuen Freundschaften vertieft werden konnten.

Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufzustehen, da die lange Rückreise schon um 07:30 Uhr begonnen wurde.  Mit leichter und üblicher Verspätung von etwa einer halben Stunde wurde dann ein herzlicher und von Allen als sehr schön empfundener Aufenthalt beendet.


Sitzung der beiden Partnerschaftskomitees Nottuln und Saint-Amand-Montrond

KomiteeAm Sonntag trafen die sich Komitees der beiden Partnerstädte Nottuln und Saint-Amand-Montrond im Sportlerheim des DJK Grün Weiß Nottuln, wo sie vom Bürgermeister, Herrn Peter-Amadeus Schneider, sowie den beiden Vorsitzenden Doris Evermann-Soujon und Lieselotte Couret begrüßt wurden.
Wie intensiv der Austausch geworden ist, zeigte sich dann an einer langen Liste der fürs nächste Jahr geplanten Aktivitäten.

Die „große“ Fahrt in unsere französische Partnerstadt wird vom 30.03.2012 – 03.04.2012 stattfinden. Anlass ist eine großartige, alle zwei Jahre durchgeführte Kunsthandwerkerausstellung (Biennale des Métiers d’Art), die immer enorme Resonanz erfährt. Auch Nottulner Kunsthandwerker sind dort sehr willkommen, wie Lieselotte Couret, betonte. Da es sich hierbei um das erste Ferienwochenende handelt, haben auch Familien Gelegenheit, mit ins Herz Frankreichs zu fahren und Land und Leute kennen zu lernen. Wie den noch nicht abgeschlossenen Planungen zu entnehmen, soll die Fahrt mit einem zweitägigen Aufenthalt in Paris abgeschlossen.

Bereits zwei Wochen zuvor (16.-19./20.03.2012) wird sich eine kleinere Gruppe auf den Weg nach Saint-Amand-Montrond machen, um dort an der jährlichen Weinmesse teilnehmen zu können. Wer Interesse hat, einige Tage rund um Wein und Weinanbau (in Planung ist ein abschließender Aufenthalt in Épernay, der Hauptstadt der Champagne) zu verbringen, kann sich bei Helmut Walter (Tel.: 02502-8395 Email: helmut-walter@freenet.de) oder Günter Dieker (Tel.: 02502-3136 Email: guenter@dieker-nottuln.de ) melden.

Über Pfingsten wird dann Union Musicale das Stiftsdorf besuchen und an diesem schon traditionellen Termin mit der Blasmusikvereinigung ihre intensiven freundschaftlichen Kontakte weiter vertiefen.
Zum  20-jährigen Jubiläum Nottuln/Chodziez wird ebenfalls eine Delegation aus Saint-Amand-Montrond an den Feierlichkeiten teilnehmen.

Am 14.07.2012 wird wieder eine Gruppe aus Nottuln zum geschichtsträchtigen Nationalfeiertag nach Frankreich fahren, um dort durch Teilnahme zu demonstrieren, dass die Jahrhunderte alten Feindschaften endgültig der Vergangenheit angehören. Auch hierzu können sich Interessierte melden.
Im Oktober soll dann während der Herbstferien eine Schülerfahrt nach Saint-Amand-Montrond stattfinden, die von Doris Evermann-Soujon seit Jahren angeboten und durchgeführt wird. Nach den erfolgreichen Fahrten in den letzten Jahren wird sich auch dieses Mal wohl schnell wieder ein Bus gefüllt haben. (Auskünfte erteilt Doris Evermann Soujon, Tel.: 02509-994949, Mail: doris.es@web.de).


Weite Schatten voraus wirft das 30-jährige Jubiläum im Jahre 2014. Auf Grund vieler Nachfragen soll eine Urversion von „Spiel ohne Grenzen“, vermutlich nur noch den älteren bekannt, ins Leben gerufen werden. Hierbei handelt es sich um einen spaßsportlichen Wettkampf, der dann auch wieder zu einem „Kräftemessen“ mit den polnischen Freunden aus Chodziez führen soll.

Zum Abschluss überraschten die französischen Freunde ihre Nottulner Partner mit einem neu entworfenem T-Shirt, auf der Rückseite ist der schon legendäre Ausspruch des damaligen Bürgermeisters von Saint-Amand-Montrond, Serge Vincon, abgedruckt: „Entre nous – kein Problem“, soll heißen: Zwischen uns gibt es keine Probleme.


Inklusion – gelebte Integration auch im Rahmen der Städtepartnerschaft

Um die Möglichkeiten eines Austausches zwischen unseren Mitbürgern mit Behinderungen auszuloten, waren bei der Delegation aus Saint-Amand-Montrond auch zwei Mitarbeiter, Catherine Nathan und Alexis Seidel, dabei, die in  einer Einrichtung  für Menschen mit Behinderung namens  Foyer Bernhard Fagot, als Heilerzieher arbeiten.

Nachdem beide in den ersten Tagen des Aufenthaltes die Gelegenheit  nutzen konnten, Nottuln und Umgebung  kennen zu lernen, kam es am Montagmorgen dann zum ersten beruflichen Kontakt. Markus Specking, stellvertretender Heimleiter des Hauses Arca in Nottuln-Appelhülsen, hatte zu einem Besuch eingeladen. Engagiert stellte er seinen Gästen das Haus an der Münsterstraße  vor. Diese waren sehr angetan von der warmen, wohnlichen Atmosphäre. „Ein solches Haus entspricht  bei uns sehr gehobenen Ansprüchen“,  gab Catherine Nathan ihrer Bewunderung Ausdruck.

Nach einer kurzen Pause auf dem Martinimarkt,  die zu einem ausgezeichneten Mittagessen in einem Restaurant genutzt wurde, holte Nicole Sicking, Bereichsleiterin für Nottuln und Havixbeck des Stiftes Tilbeck, die Gäste ab, um ihnen Stift Tilbeck und seine Einrichtungen und Werkstätten zu zeigen. TIlbeckDort wurden sie von Reinhard Nieweler, langjähriger Mitarbeiter des Stiftes und unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, erwartet, der seine französischen Gäste, die vom Komiteemitglied Günter Dieker begleitet wurden, vieles zur Geschichte des Hauses und der Wandlung von einer Einrichtung zu einem lebendigen Dorf im Dorfe erzählen konnte.

Auch bei dem Besuch der Werkstätten wurde schnell deutlich, dass es viele Parallelen in beiden Ländern gibt. Hier wurde von den französischen Gästen besonders bestaunt, das bei aller Größe der Einrichtung, allein in Tilbeck wohnen ca. 230 Bewohner, eine kleinteilige Gruppenbetreuung möglich ist. Zwischen den Pädagogen wurden dann auch schnell Möglichkeiten des Austausches diskutier. Hier wurde schnell deutlich, dass gesetzliche Beschränkungen in Frankreich den Austausch zumindest erschweren werden. Alle äußerten sich jedoch sehr optimistisch, dass es zu einem Austausch kommen wird. „Wir sind sehr erfahren auch in Fahrten zu weiter entfernten Zielen“, so Nicole Sicking, die zusagte, für 2013 eine entsprechende Planung aufzunehmen.

Zum Abschluss führte sie ihre Gäste nach Nottuln ins Haus Marina, wo dieser erste Kontakt bei Kaffee und Kuchen und einem herzlichen Kontakt zu einigen der dortigen Bewohner, abgeschlossen wurde. „Wir freuen uns auf gemeinsame Austausche und sind dankbar für den herzlichen Empfang“, bedankte sich Alexis Seidel bei den Bewohnern und Nicole Sicking.